Geboren exakt 90 Jahre nach einem meiner Lieblingsautoren, kam ich eher spät und nur zufällig zum Schreiben.
Zuerst waren es nur Träume, die ich mir notierte – einzelne Bilder, Stimmungen, Fragmente. Doch sie ließen mich nicht los. In ihnen steckte mehr: nicht nur Gefühl, sondern eine ganze innere Topografie. So wurden aus Bildern Szenen, aus Szenen Geschichten. Erst nur in meinem Kopf, dann auch in Textform.
Ich schreibe bevorzugt düstere, stille Texte. Meine Figuren leben am Rand – innerlich oder äußerlich. Manche kämpfen, andere wollen nur überleben. Manche sind übermenschlich stark, manche allzu menschlich. Doch auch Protagonisten sind nicht immer Herr der Lage. Manche lösen etwas aus, das sie überrollt. Andere finden sich als Spielball des Schicksals wieder.
Mich interessiert dabei weniger das Spektakel als das, was darunter liegt: innere Konflikte, Widersprüche, leise Entwicklungen. Ich glaube, gute Geschichten entfalten sich nicht nur äußerlich, sondern auch im Denken und Fühlen – in Zwischentönen, die oft erst nach dem Lesen nachhallen.
Charaktere sind für mich keine Funktionen der Handlung. Sie entwickeln sich – oder bleiben stehen. Beides sagt etwas aus. Es geht mir darum, zu zeigen, wie das Innenleben die äußere Welt formt, und umgekehrt. Nicht alles wird erklärt, nicht alles ist schlüssig – so wie im echten Leben.
Wenn du Geschichten magst, die nachwirken, weil sie etwas in Bewegung setzen, dann wirst du hier vielleicht fündig.
Literarisch geprägt haben mich Lovecraft, dessen unsichtbares Grauen zwischen den Zeilen kriecht, und Poe, Wegbereiter des psychologischen Horrors. Sein Rabe bleibt für mich ein Meisterwerk poetischer Perfektion. Auch Tolkien hat mich nicht losgelassen – mit mythologischer Tiefe und einer Welt, die bis in's kleinste Detail wohlerdacht ist. Und nicht zuletzt Stanisław Lem, dessen absurde Sci-Fi-Visionen Philosophie, Ironie und Staunen miteinander verweben.